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Grannengefahr beim Hund – Klein, unscheinbar und doch gefährlich
Mit den Sommermonaten beginnt jedes Jahr auch die Grannensaison. Was für viele wie ein harmloser Bestandteil von Wiesen und Getreidefeldern aussieht, kann für Hunde zu einem ernsthaften Gesundheitsrisiko werden.
Was sind Grannen?
Grannen sind die spitzen, borstigen Fortsätze verschiedener Gräser und Getreidearten, beispielsweise von Gerste, Roggen oder Wildgräsern. Durch ihre Form besitzen sie kleine Widerhaken und bewegen sich immer nur in eine Richtung – nach vorne. Gelangen sie in das Fell oder in eine Körperöffnung, können sie sich immer tiefer ins Gewebe arbeiten.
Warum sind Grannen so gefährlich?
Eine Granne bleibt selten dort, wo sie zunächst eindringt. Sie kann sich durch Haut und Gewebe bewegen und dabei Entzündungen, Abszesse oder Fistelgänge verursachen. In manchen Fällen wandert sie über Wochen oder sogar Monate durch den Körper, bevor sie überhaupt entdeckt wird.
Gerade deshalb werden Grannen häufig erst spät als Ursache erkannt.
Wo dringen Grannen am häufigsten ein?
Besonders gefährdet sind:
• Pfoten und Zwischenzehen
• Ohren
• Nase
• Augen
• Achseln und Leistengegend
• Lippen und Maul
• Das Fell langhaariger Hunde
Welche Anzeichen können auf eine Granne hindeuten?
Die Symptome hängen davon ab, wo sich die Granne befindet. Häufig sind:
• plötzliches heftiges Niesen
• Kopfschütteln oder Schiefhalten des Kopfes
• Lahmheit
• Lecken oder Knabbern an einer Pfote
• Schwellungen oder kleine Öffnungen in der Haut
• tränende oder schmerzende Augen
• wiederkehrende Entzündungen
• Fieber ohne erkennbare Ursache
Treten solche Beschwerden auf, sollte eine Granne immer als mögliche Ursache mit bedacht werden.
Wie kann man vorbeugen?
Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Das Risiko lässt sich jedoch deutlich reduzieren:
✔ Spaziergänge durch Getreidefelder möglichst vermeiden.
✔ Wiesen mit vielen trockenen Gräsern oder reifen Grannen meiden.
✔ Hunde möglichst auf gemähten Wegen führen.
✔ Nach jedem Spaziergang oder Training Pfoten, Zwischenzehen, Ohren, Augen und das gesamte Fell gründlich kontrollieren.
✔ Langhaarige Hunde im Bereich der Pfoten regelmäßig ausscheren.
Was tun, wenn der Verdacht auf eine Granne besteht?
Versuchen Sie nicht, tief sitzende Grannen selbst zu entfernen. Dadurch können sie abbrechen oder noch tiefer eindringen.
Suchen Sie möglichst zeitnah eine Tierarztpraxis auf. Je früher eine Granne entdeckt wird, desto einfacher ist sie meist zu entfernen und desto geringer ist das Risiko schwerwiegender Folgeschäden.
Betrifft das nur Jagdhunde?
Nein.
Jagdhunde haben aufgrund ihrer Arbeit zwar ein erhöhtes Risiko, doch auch Familien-, Sport- und Begleithunde sind betroffen. Bereits ein Spaziergang über einen Feldweg oder eine Wiese mit trockenen Gräsern kann ausreichen.
Fazit
Grannen gehören zu den am häufigsten unterschätzten Sommergefahren für Hunde. Sie sind klein, oft kaum sichtbar und können dennoch erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen.
Mit einer sorgfältigen Kontrolle nach jedem Spaziergang, etwas Aufmerksamkeit und einer frühzeitigen tierärztlichen Untersuchung bei Verdachtsmomenten lassen sich viele Komplikationen vermeiden.
Ein paar Minuten Kontrolle nach dem Spaziergang können Ihrem Hund unter Umständen eine aufwendige Behandlung oder Operation ersparen.
Aktualisiert:27.06.2026