News 2026
07.09.2026
HZP ohne Spur und Brauchbarkeitsprüfung nach § 6 NRW
Am 6. September 2026 richteten die Jagdhundfreunde im Erfttal 1908 e. V. ihre diesjährige Herbstzuchtprüfung ohne Spur sowie die Brauchbarkeitsprüfung nach § 6 NRW aus.
Insgesamt stellten sich elf Gespanne den Prüfungsanforderungen. Bei sonnigem Wetter, leicht feuchtem Boden und gutem Wind fanden die Hunde in unseren hervorragend mit Haar- und Federwild besetzten Revieren beste Bedingungen vor, um ihre Anlagen und ihren Ausbildungsstand zu zeigen.
Am Ende des Prüfungstages durften sich fünf Gespanne über das erfolgreiche Bestehen der HZP sowie der ZF-Brauchbarkeit nach § 6 NRW freuen. Zwei weitere Gespanne bestanden die Brauchbarkeitsprüfung nach § 6 NRW.
Ein besonderer Dank gilt unseren Revierinhabern und Revierführern für die hervorragenden Prüfungsreviere sowie allen Richtern und Helfern, die mit großem Engagement zu einem gelungenen und reibungslosen Prüfungstag beigetragen haben.
Allen erfolgreichen Gespannen ein herzliches Waidmannsheil!
Die etwas andere anerkannte
JGHV-Verbandsrichterschulung
Theorie und Praxis - Anlagen erkennen, beurteilen und begründen.
Auftakt
Am Samstag, den 15. August 2026 durften die Jagdhundfreunde im Erfttal 1908 e. V. 20 interessierte Richteranwärter und Verbandsrichter zu einer anerkannten JGHV-Verbandsrichterschulung begrüßen.
Bewusst hatten wir diese Ganztagesveranstaltung auf 20 Teilnehmer begrenzt, denn nach einem intensiven theoretischen Vormittag sollte es nach dem Mittagessen hinaus ins Feld gehen - dorthin, wo sich Theorie und Praxis am Ende beweisen müssen. Umso erfreulicher war es, wie schnell die Veranstaltung ausgebucht war und aus welch unterschiedlichen Regionen die Teilnehmer den Weg zu uns gefunden hatten.
Ein besonderer Dank galt Familie Kirsch für die Bereitstellung ihres sehr guten Niederwildreviers, sowie für den Transport mit Traktor und Planwagen vom Suchenlokal in das nahegelegene Feldrevier. Ebenso herzlich bedankten wir uns bei fünf unserer Erstlingsführer aus unseren laufenden HZP-Vorbereitungskursen. Mit fünf verschiedenen Vorstehhunderassen stellten sie sich im Praxisteil dem Fachgremium - eine Situation, in der an diesem Tag wohl nicht nur bei den Hunden Wesensfestigkeit gefragt war.
Das ist keineswegs selbstverständlich und verdient besondere Anerkennung.
Kompetenz im Richten - Ethik im Handeln
Nach der offiziellen Begrüßung durch unsere 1. Vorsitzende Ulrike Krüger-Mertens, die gemeinsam mit unserem Obmann für das Prüfungswesen Georg Benten durch die Schulung führte, griff Krüger-Mertens einen Gedanken unserer LJV-NRW-Präsidentin Nicole Heitzig aus der August-Ausgabe des Rheinisch-Westfälischen Jägers auf: „Kompetenz verbindet und Ethik trägt.“ Ein Gedanke, der sich sehr gut auf unsere Arbeit im Verbandsrichterwesen übertragen lässt: Kompetenz im Richten - Ethik im Handeln.
Gerade in einer Zeit, in der im Jagdgebrauchshundewesen immer häufiger zu hören ist, Hundeausbildung, Prüfungen und auch das Verbandsrichterwesen hätten sich zum Schlechteren verändert, sollten wir uns davor hüten, vorschnell in diese allgemeine Kritik einzustimmen. Es ist ebenso falsch, junge Verbandsrichter und Richteranwärter pauschal zu kritisieren. Sicherlich wird es immer den einen oder anderen Kandidaten geben, der sich für das Verbandsrichterwesen nicht eignet. Doch es sind die Jagdgebrauchshunde- und Zuchtvereine, die die Kandidaten vorschlagen, die sie für geeignet halten.
Wir dürfen daraus kein Kollektiv machen und nicht pauschal über eine „Generation Z“ schimpfen. Das sind unsere Kinder und nachfolgenden Generationen - und wir tragen Verantwortung dafür, wie wir unser Wissen, Erfahrung und jagdliches Handwerk an sie weitergeben. „Wir müssen besser werden - und das mussten wir auch schon vor 100 Jahren“, so Krüger-Mertens. Wer richtig handeln und richten will, braucht Gelegenheiten, jagdliche Erfahrung mit dem Hund, Passion, gute Lehrmeister und vor allem gute Fort- und Weiterbildung in Theorie und Praxis.
Richterausbildung ist solides Handwerk
Zwei große Themenschwerpunkte standen im Mittelpunkt dieser Verbandsrichterschulung: Die Ausbildung unserer Richteranwärter im JGHV und die Anlagenbewertung im Feld. Dabei sollte es ausdrücklich nicht nur um die reine Vermittlung von Inhalten der VZPO gehen. Konstruktiver Dialog, Diskussion und der Austausch jagdlicher und richterlicher Erfahrungen waren ausdrücklich gewünscht. Erfahrene Verbandsrichter trafen auf Jungrichter und zahlreiche Richteranwärter - gerade diese Mischung machte einen wesentlichen Teil der Veranstaltung aus.
Denn jeder Richteranwärter und jeder junge Verbandsrichter hat eine ordentliche Ausbildung verdient. Nur dann kann aus ihm ein guter und sicher urteilender Verbandsrichter werden. Oder, um es mit einem bekannten Gedanken auszudrücken: „Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weitergeben der Glut.“ Eine strukturierte und gut koordinierte Ausbildung unserer Richteranwärter ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, die hohen Standards des JGHV auch zukünftig aufrechtzuerhalten.
Nemo nascitur sapiens, sed fit. Keiner wird weise geboren - man wird es. Das Handwerk muss erlernt werden. Deshalb sollte es für Verbandsrichter und Richteranwärter selbstverständlich sein, sich mannigfaltig fortzubilden, Erfahrungen zu sammeln und bereit zu sein, immer wieder dazuzulernen. Hoch veranlagte Hunde und qualifizierte Hundeführer dürfen sehr gute Richterarbeit erwarten.
Anlagen richtig erkennen, bewerten und begründen können da lag unser Schwerpunkt
Bei VJP und HZP basieren die Prüfungsfächer im Wesentlichen auf den natürlichen Anlagen des Hundes. Bei der VGP dagegen steht und fällt der Erfolg in besonderem Maße mit der Durcharbeitung. Man kann - cum grano salis - sagen: „Die VJP/HZP gewinnt der Hund - die VGP gewinnt der Hundeführer.“ Bevor die einzelnen Anlagefächer behandelt wurden, standen zunächst Zahn- und Augenkontrolle auf dem Programm.
Danach ging es intensiv um Suche, Nasengebrauch, Vorstehen, Führigkeit, Spurarbeit, Arbeitsfreude sowie das Stöbern mit Ente im deckungsreichen Gewässer. Eine der anspruchsvollsten Aufgaben für Verbandsrichter auf Anlagenprüfungen wie VJP und HZP ist die objektive und nachvollziehbare Beurteilung dieser Anlagen. Gerade für Richteranwärter ist es entscheidend, das eigene Auge zu schulen, feine Nuancen wahrzunehmen und diese im Bewertungssystem des JGHV nachvollziehbar und Jagdnah abzubilden.
Besonders die Differenzierung innerhalb der Prädikate - glattes, oberes oder unteres Prädikat - bereitet in der Praxis immer wieder Schwierigkeiten. Hinzu kommt die Aufgabe, die eigene Bewertung PO-konform und für andere nachvollziehbar zu begründen. Viele dieser Schwierigkeiten haben ihren Ursprung in mangelnder jagdlicher Praxis, insbesondere im Bereich der Niederwildjagd mit dem Hund.
Was ist eigentlich eine „sehr gute“ Suche?
Begonnen wurde mit der Suche. Eine erstklassige Suche steigert nicht nur den jagdlichen
Erfolg, sondern bietet dem passionierten Niederwildjäger auch einen waidmännischen Genuss. Gerade dieses Anlagenfach müsse deshalb, so Krüger-Mertens, sehr genau betrachtet und in seinen einzelnen Bewertungskriterien differenziert werden.
Die Erfahrung zeigt, dass bereits ein ordentliches, flottes Gangwerk, das ein Hund ausdauernd durchhält, von manchen Verbandsrichtern als „sehr gute“ Suche eingeordnet wird. „Sie sind im Irrtum“, so Krüger-Mertens.
Eine gewisse Schnelligkeit - in der Regel eine Galoppsuche - und Ausdauer sind zunächst Voraussetzungen für eine gute Suche. Sie allein machen jedoch noch keine sehr gute Suche aus.
Entscheidend ist vielmehr, wie der Hund das ihm zugewiesene Gelände absucht und ob seine Suche ihrem jagdlichen Zweck gerecht wird. Zweck der Suche ist eindeutig: Wild zu finden. Ein Hund, der ständig und erfolgreich Wild findet, kann nie eine schlechte Suche machen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Differenzierung der Bewertungsstufen in der Praxis und auf jagdnahen Aspekten, die zwingend in die Beurteilung einfließen müssen. Dazu gehört insbesondere, die Gangart stets im Zusammenhang mit Geländestruktur und Wildvorkommen zu betrachten.
Die VZPO besagt, dass eine überwiegende Trabsuche höchstens mit „gut“ also 7 Punkten - bewertet werden kann. Dieser Grundsatz darf jedoch nicht isoliert und starr angewendet werden, betonte Krüger-Mertens. Der Verbandsrichter muss den Geländekontext und insbesondere die Wilddichte zwingend in seine Beobachtung und Bewertung einbeziehen.
Sucht ein Hund beispielsweise in einer Parzelle mit sehr hohem Wildvorkommen, wird ein feinnasiger Hund seine Gangart automatisch reduzieren. Er zeigt Witterungen frühzeitig an, findet häufig Wild, zieht dieses weit an und kommt dadurch möglicherweise gar nicht in eine flotte, fleißige, ausdauernde und weiträumige Galoppsuche. Der sehr gute und feinnasige Hund kann aufgrund des hohen Wildvorkommens gar keine raumgreifende suche entwickeln. Der Hund macht in dieser Situation nichts falsch im Gegenteil. Dies darf ihm in der Beurteilung nicht negativ angerechnet werden.
Gerade hier zeigt sich das richterliche Handwerk: Nicht ein einzelnes Merkmal isoliert betrachten, sondern das gesamte Suchengeschehen fachlich einordnen. Wer einen Hund trotz wiederholten und erfolgreichen Wildfindens allein wegen seiner unter hoher Wilddichte reduzierten Gangart abstraft, wird der gezeigten Anlage und der jagdlichen Situation nicht gerecht. Gute Richterarbeit verlangt deshalb neben der sicheren Kenntnis der Prüfungsordnung vor allem jagdliche Erfahrung, Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, das Gesehene im richtigen Zusammenhang zu bewerten.
Nasengebrauch - eine Anlage, die Erfahrung verlangt
Nach der intensiven Betrachtung der Suche ging es weiter mit der Anlage Nasengebrauch. Gerade dessen Bewertung während einer vergleichsweise kurzen Prüfungsdauer verlangt vom Verbandsrichter umfassende praktische Erfahrung und fundiertes Fachwissen. Ein Hund, der innerhalb kurzer Zeit wiederholt Wild findet und dabei vielseitiges Finden an Haar- und Federwild zeigt, liefert deutliche Hinweise auf die Qualität seines Nasengebrauchs. Dazu passt Dr. Klemanns alter Spruch: „Ein guter Hund macht sich Hühner.“ Und derselbe Grundgedanke gilt auch bei der Wasserarbeit. Auch wenn die klassische Niederwildjagd regional zunehmend in den Hintergrund tritt und Vorsteh- beziehungsweise Vollgebrauchshunde heute vielerorts verstärkt auf Schwarzwild eingesetzt werden, darf dies kein Grund sein, unsere Vollgebrauchshunde nicht weiterhin entsprechend ihren vielseitigen Anlagen auszubilden und zu prüfen. Feldsuche und Vorstehen gehören bei unseren Vorstehhunden unabdingbar zusammen.
Ein Tag, der Theorie und Praxis verbunden hat
Genau darum ging es bei dieser etwas anderen Verbandsrichterschulung: Nicht nur
Paragraphen und Punkte zu wiederholen, sondern gemeinsam genauer hinzusehen,
Zusammenhänge zu verstehen, Erfahrungen weiterzugeben und das eigene richterliche Handwerk immer wieder kritisch zu hinterfragen. Denn gute Richterarbeit bedeutet mehr, als eine Prüfungsordnung zu kennen.
Sie verlangt jagdliche Erfahrung, Fachwissen, Augenmaß, Verantwortungsbewusstsein - und die Bereitschaft, niemals aufzuhören zu lernen und besser zu werden.
So ging ein intensiver, lebendiger und rundum gelungener Schulungstag zu Ende, der einmal mehr gezeigt hat, wie wertvoll es ist, wenn Fachwissen, praktische Erfahrung und der offene Austausch unter Gleichgesinnten zusammenkommen - und der ganz sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Kompetenz im Richten. Ethik im Handeln.
Wilma Maretsch
Geschäftsführerin der Jagdhundfreunde im Erfttal 1908 e.V.
02.08.2026
Dr. Karl-Bartel-Gedächtnisprüfung – VFsP / VSwP am 01.08.2026
Am 01.08.2026 fand unsere Dr.-Karl-Bartel-Verbandsschweiß- und Verbandsfährtenschuh-Gedächtnisprüfung der Jagdhundfreunde im Erfttal 1908 e. V. statt.
Sechs Gespanne stellten sich heute der Verbandsschweißprüfung (VSwP) und der Verbandsfährtenschuhprüfung (VFsP):
1 Gespann 40 Std. VFsP
2 Gespanne 20 Std. VFsP
1 Gespann 40 Std. VSwP
2 Gespanne 20 Std. VSwP
Damit hatten wir das gesamte Spektrum dieser anspruchsvollen Leistungsprüfungen für heute auf dem Programm, die den Nachsucheneinsatz in der jagdlichen Praxis vorbereiten.
Bereits in den frühen Morgenstunden hatten wir Temperaturen von 22 °C. Im Laufe des Vormittags stiegen die Temperaturen auf 30 °C an.
Wenig bis gar kein Wind, und der Boden im Wald war recht trocken.
Die Herausforderung lag in den zwei Prüfungsrevieren.
Das sehr anspruchsvolle Gelände verlangte den Gespannen einiges ab.
Wir hatten außergewöhnlich viel Wildkontakt und sehr viele frische Verleitungen.
Die Fährten verliefen durch Einstände, Dickungen, an gut besuchten Suhlen vorbei, über Wildäsungsflächen und begannen alle an Kirrungen.
In beiden Revieren hatten wir drei Schalenwildarten.
Die zahlreichen frischen Verleitungen machten die Arbeit auf der künstlichen Rotfährte besonders anspruchsvoll.
Diese Anforderungen waren absolut das,
was die Praxis bei der erschwerten Nachsuche widerspiegelt.
Hund und Führer mussten jeder für sich und gemeinsam heute zeigen, dass sie hinreichend mit den bei der Nachsuche auftretenden Schwierigkeiten vertraut sind und mit den der Praxis nachempfundenen Problemen umgehen können.
Wir konnten sehr harmonische Zusammenarbeiten von Führer und Hund beurteilen.
Ebenso sehr ausgeprägten Fährtenwillen, Ruhe, Fährtensicherheit und Selbstständigkeit.
Aber es war auch bei zwei Gespannen eine Augenweide, wie diese Gespanne auch bei Verlust der Ansatzfährte durch Bogenschlagen und sehr ausgeprägten Fährtenwillen die Ansatzfährte alleine wieder aufnahmen und sehr eindrucksvoll alle Pirschzeichen verwiesen haben.
Bei dem einen oder anderen Gespann waren die hohe Wilddichte und die frischen Verleitungen eine sehr große Herausforderung, und das dadurch etwas hastige Arbeiten führte zu Preisminderung.
Die gesamte Prüfung war geprägt von einer ausgesprochen harmonischen Atmosphäre.
Richter, Hundeführer und Helfer begegneten sich mit großem Respekt, Fairness und echter jagdlicher Kameradschaft. So sollte eine JGHV-Prüfung sein.
Besonders erfreulich ist das Gesamtergebnis:
Von sechs Gespannen, die am
Standplatzbruch eingewiesen wurden, kamen fünf Gespanne zum
Stück.
Ein Ergebnis, das angesichts der sehr anspruchsvollen Bedingungen besonders hervorzuheben ist.
Ein herzliches Dankeschön gilt den Revierinhabern für die Bereitstellung dieser hervorragend geeigneten und gleichzeitig anspruchsvollen Reviere.
Ebenso danken wir den Richtern für ihre fachkundige, faire Bewertung sowie allen Helfern, ohne deren Einsatz eine Veranstaltung dieser Qualität nicht möglich wäre.
Allen erfolgreichen Gespannen gratulieren wir herzlich zu ihren gezeigten Leistungen und wünschen weiterhin viel Erfolg bei der jagdlichen Arbeit im
Jagdbetrieb in der Praxis.
Dem Gespann, das sein Prüfungsziel diesmal nicht erreichen konnte, wünschen wir für den nächsten Anlauf viel Erfolg und Waidmannsheil.
Schön war’s
Eure Jagdhundfreunde im Erfttal 1908 e. V.
Ergebnisse: HIER
06.06.2026
Am 6. Juni 2026 fand in den Räumlichkeiten der KJS Rhein-Erft eine Fortbildungsveranstaltung zur Verbandsschweißprüfung (VSwP) und Verbandsfährtenschuhprüfung (VFsP) für Verbandsrichter mit dem Zusatz „Sw“ sowie Richteranwärter „Sw“ statt.
Hintergrund der Veranstaltung war die auf der Jahreshauptversammlung des JGHV im März 2026 beschlossene neue Prüfungsordnung für die VSwP und VFsP.
Da die derzeit gültige Prüfungsordnung zum 30. November 2026 ausläuft, standen sowohl die aktuellen Regelungen als auch die ab 2027 geltenden Neuerungen im Fokus der Fortbildung.
In einer anschaulichen und praxisnahen Präsentation erläuterte Referentin Ulrike Krüger-Mertens den 20 Teilnehmern die wesentlichen Inhalte der derzeitigen Prüfungsordnung sowie die wichtigsten Änderungen der künftig gültigen Fassung.
Durch zahlreiche Praxisbeispiele – sowohl vonseiten der Referentin als auch aus dem Erfahrungsschatz der Anwesenden – entwickelte sich ein lebendiger fachlicher Austausch.
Insbesondere Erfahrungen aus der Nachsuchenpraxis bereicherten die Diskussionen und verdeutlichten den hohen Praxisbezug der Prüfungen.
Einigkeit bestand unter Richteranwärtern, jungen und erfahrenen Verbandsrichtern darüber, dass die Verbandsschweiß- und Verbandsfährtenschuhprüfungen die Gespanne gezielt auf den Einsatz in der jagdlichen Nachsuchenpraxis vorbereiten und sie mit den Herausforderungen realer Einsatzsituationen vertraut machen.
Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss bot sich Gelegenheit zum kollegialen Austausch.
Den Abschluss der Fortbildung bildeten die Besprechung verschiedener Fallbeispiele sowie ein praktischer Ausbildungsteil im nahegelegenen Wald, bei dem Georg Benten, Obmann für das Prüfungswesen, eine VSwP simulierte und in dem die theoretischen Inhalte vertieft und praxisnah veranschaulicht wurden.
Valerie Bauer (Teilnehmerin)
Grannengefahr beim Hund – Klein, unscheinbar und doch gefährlich
Mit den Sommermonaten beginnt jedes Jahr auch die Grannensaison. Was für viele wie ein harmloser Bestandteil von Wiesen und Getreidefeldern aussieht, kann für Hunde zu einem ernsthaften Gesundheitsrisiko werden.
Was sind Grannen?
Grannen sind die spitzen, borstigen Fortsätze verschiedener Gräser und Getreidearten, beispielsweise von Gerste, Roggen oder Wildgräsern. Durch ihre Form besitzen sie kleine Widerhaken und bewegen sich immer nur in eine Richtung – nach vorne. Gelangen sie in das Fell oder in eine Körperöffnung, können sie sich immer tiefer ins Gewebe arbeiten.
Warum sind Grannen so gefährlich?
Eine Granne bleibt selten dort, wo sie zunächst eindringt. Sie kann sich durch Haut und Gewebe bewegen und dabei Entzündungen, Abszesse oder Fistelgänge verursachen. In manchen Fällen wandert sie über Wochen oder sogar Monate durch den Körper, bevor sie überhaupt entdeckt wird.
Gerade deshalb werden Grannen häufig erst spät als Ursache erkannt.
Wo dringen Grannen am häufigsten ein?
Besonders gefährdet sind:
• Pfoten und Zwischenzehen
• Ohren
• Nase
• Augen
• Achseln und Leistengegend
• Lippen und Maul
• Das Fell langhaariger Hunde
Welche Anzeichen können auf eine Granne hindeuten?
Die Symptome hängen davon ab, wo sich die Granne befindet. Häufig sind:
• plötzliches heftiges Niesen
• Kopfschütteln oder Schiefhalten des Kopfes
• Lahmheit
• Lecken oder Knabbern an einer Pfote
• Schwellungen oder kleine Öffnungen in der Haut
• tränende oder schmerzende Augen
• wiederkehrende Entzündungen
• Fieber ohne erkennbare Ursache
Treten solche Beschwerden auf, sollte eine Granne immer als mögliche Ursache mit bedacht werden.
Wie kann man vorbeugen?
Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Das Risiko lässt sich jedoch deutlich reduzieren:
✔ Spaziergänge durch Getreidefelder möglichst vermeiden.
✔ Wiesen mit vielen trockenen Gräsern oder reifen Grannen meiden.
✔ Hunde möglichst auf gemähten Wegen führen.
✔ Nach jedem Spaziergang oder Training Pfoten, Zwischenzehen, Ohren, Augen und das gesamte Fell gründlich kontrollieren.
✔ Langhaarige Hunde im Bereich der Pfoten regelmäßig ausscheren.
Was tun, wenn der Verdacht auf eine Granne besteht?
Versuchen Sie nicht, tief sitzende Grannen selbst zu entfernen. Dadurch können sie abbrechen oder noch tiefer eindringen.
Suchen Sie möglichst zeitnah eine Tierarztpraxis auf. Je früher eine Granne entdeckt wird, desto einfacher ist sie meist zu entfernen und desto geringer ist das Risiko schwerwiegender Folgeschäden.
Betrifft das nur Jagdhunde?
Nein.
Jagdhunde haben aufgrund ihrer Arbeit zwar ein erhöhtes Risiko, doch auch Familien-, Sport- und Begleithunde sind betroffen. Bereits ein Spaziergang über einen Feldweg oder eine Wiese mit trockenen Gräsern kann ausreichen.
Fazit
Grannen gehören zu den am häufigsten unterschätzten Sommergefahren für Hunde. Sie sind klein, oft kaum sichtbar und können dennoch erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen.
Mit einer sorgfältigen Kontrolle nach jedem Spaziergang, etwas Aufmerksamkeit und einer frühzeitigen tierärztlichen Untersuchung bei Verdachtsmomenten lassen sich viele Komplikationen vermeiden.
Ein paar Minuten Kontrolle nach dem Spaziergang können Ihrem Hund unter Umständen eine aufwendige Behandlung oder Operation ersparen.
30.05.2026
Landesbläserwettbewerb NRW 2026 – Ehrenamt, Gemeinschaft und gelebtes Brauchtum
An diesem Wochenende richtet die Kreisjägerschaft Rhein-Erft den 33. Landesbläserwettbewerb Nordrhein-Westfalen im Park von Schloss Paffendorf in Bergheim aus.
Zahlreiche Jagdhornbläserinnen und Jagdhornbläser aus ganz Nordrhein-Westfalen kommen zusammen, um ihr Können zu zeigen und gleichzeitig ein wichtiges Stück jagdlichen Brauchtums lebendig zu halten.
Doch eine Veranstaltung dieser Größenordnung lebt nicht nur von den musikalischen Leistungen der Bläsergruppen.
Hinter den Kulissen sind viele Menschen im Einsatz, die mit ihrem Engagement dafür sorgen, dass ein solches Wochenende überhaupt möglich wird.
Auch Mitglieder der Jagdhundefreunde im Erfttal 1908 e.V. haben die Kreisjägerschaft Rhein-Erft bei der Durchführung der Veranstaltung unterstützt und sich ehrenamtlich am Kaffee-, Brötchen- und Kuchenstand eingebracht. Für uns war es selbstverständlich, unseren Beitrag zu leisten und Teil dieser gelungenen Gemeinschaft zu sein.
Ein herzlicher Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, die uns heute unrerstützt haben.
Waidmannsdank und weiterhin viel Erfolg allen Bläserinnen und Bläsern beim Landesbläserwettbewerb NRW.
26.04.2026
Nach der Prüfung ist vor der Prüfung
Auftakt zu den HZP-Kursen
Gemeinsam auf dem Weg zur HZP und jagdlichen Brauchbarkeit
Mit der Eröffnung unserer HZP-Kurse haben wir den Grundstein für die HZP und die jagdliche Brauchbarkeitsprüfung im Herbst gelegt. Die Teams sind engagiert und konzentriert in die Trainingsaufgaben gestartet und zeigen bereits Respekt vor den bevorstehenden Herausforderungen. Ziel ist es, sowohl die Hunde als auch ihre Führer gezielt auf die HZP sowie auf die Brauchbarkeit gemäß § 6 vorzubereiten.
Im ersten Treffen lag der Fokus mehrere Stunden lang auf Apportieren, Rückruf, Down, Leinenführigkeit und Ablegen (Gehorsam). Es wurden die Grundlagen vermittelt, Abläufe erklärt und erste individuelle Schwerpunkte gesetzt. Dabei zeigte sich, dass in einzelnen Bereichen noch Verbesserungen möglich sind.
Neben den praktischen Übungen stand auch das nette Miteinander im Mittelpunkt.
Am Ende des langen Trainingstags wurde das Zusammensein bei einem gemeinsamen Runde am Grill beendet. Jeder Teilnehmer steuerte ein leckeres Mitbringsel zum kulinarischen Abschluss bei. In lockerer Runde wurden Erfahrungen ausgetauscht und weiter gefestigt. Wir freuen uns auf die kommenden Wochen.
11. April 2026
Am 11. April 2026 fand unsere diesjährige Herbert-Wolters-Verbandsjugend-Gedächtnisprüfung statt.
Diese Verbandsjugendprüfung wurde in unserem Verein Herbert Wolters zu Ehren ausgerichtet und erinnert an sein langjähriges Engagement sowie seine Verdienste um das Jagdgebrauchshundewesen.
Treffpunkt und Suchenlokal war um 7.00 Uhr der Gasthof Kreuz in Kerpen, wo die Prüfung traditionell mit den Klängen der Bläser eröffnet wurde. Im Anschluss begrüßte die Prüfungsleiterin und 1. Vorsitzende Ulrike Krüger-Mertens alle anwesenden Hundeführer, Richter und Richteranwärter.
In persönlichen Worten erinnerte sie dabei an Herbert Wolters und würdigte sein Wirken.
Bei einem gemeinsamen Frühstück erfolgte anschließend die Richterbesprechung, sowie die Gruppeneinteilung, sodass die Gespanne gut vorbereitet und zügig in die Reviere aufbrechen konnten.
Zur Prüfung waren insgesamt zwölf Hunde gemeldet, von denen zehn erschienen und geprüft wurden. Acht Hunde konnten die Prüfung erfolgreich bestehen. Ein Hund konnte zudem das Armbrusterhalteabzeichen erlangen.
Die äußeren Bedingungen hätten kaum besser sein können: sonniges Wetter, leicht feuchter Boden, angenehme Temperaturen sowie hervorragend besetzte Reviere mit sehr gutem Haar- und Federwild boten beste Voraussetzungen für eine faire und praxisnahe Prüfung.
Neben den gezeigten Leistungen der Gespanne war es vor allem das harmonische und kameradschaftliche Miteinander, das diesen Prüfungstag besonders gemacht hat. Auch wenn nicht alle Hunde bestehen konnten, tat dies der insgesamt sehr guten Stimmung keinen Abbruch.
Zum Abschluss trafen sich alle Beteiligten wieder im Suchenlokal, wo die Prüfung in geselliger Runde mit der Preisverleihung ihren würdigen Ausklang fand.
Unser besonderer Dank gilt allen Revierinhabern, Richtern, Helfern und Bläsern, die zum Gelingen dieser Prüfung beigetragen haben.
Suchensieger:
Harald Sawukajtis mit seinem KLM Nick v. Alfler Forst
08. März 2026
„Jagen ohne Hund ist Schund“
Die Jagdgebrauchshundevorstellung auf der Wiedenfelder Höhe
Die Wiedenfelder Höhe nördlich von Bergheim war am Sonntag, den 08. März wieder fest in der Hand des Jagdhundewesens. 136 Hundeführer präsentierten bei herrlichem Frühlingswetter 49 Jagdhunderassen mit ihren typischen Merkmalen und Eigenschaften.
Die Organisation dieses besonderen Events obliegt seit Jahren den Jagdhundfreunden im Erfttal 1908 e.V. für die Kreisjägerschaft Rhein-Erft. Inzwischen bringen sich aber auch die benachbarten Kreisjägerschaften Düren, Heinsberg und Neuss sowie der Jagdgebrauchshundverein Rurtal e.V. mit ein.
Federführend wird die Veranstaltung von Ulrike Krüger-Mertens, der Obfrau für das Jagdgebrauchshundewesen der KJS Rhein-Erft und zugleich 1. Vorsitzenden der Jagdhundfreunde im Erfttal 1908 e.V. zusammen mit Wilma Maretsch, der Geschäftsführerin des Vereins mit viel Sachverstand und vor allem Herzblut organisiert.
Vornehmlicher Sinn und Zweck der Veranstaltung ist es, die vom JGHV anerkannten Jagdhunderassen den Teilnehmern der laufenden Jungjägerkurse der beteiligten Kreisjägerschaften zu präsentieren und deren jeweilige Besonderheiten zu verdeutlichen.
Inzwischen ist die Veranstaltung aber auch zur besten Werbung für das Jagdhundewesen geworden.
Dies zeigt die beeindruckende Anzahl von insgesamt mehr 200 begeisterten Zuschauern.
Vielleicht werden die Kreisjägerschaften diese Veranstaltung zukünftig zu einem Pflichtprogramm für angehende Jungjäger im Rahmen ihrer Ausbildung machen.
Wünschenswert wäre es jedenfalls, denn wo sieht man schon Vorsteh-, Apportier-, Stöber-, Schweiß- und Erdhunde sowie Bracken in natura und zum Anfassen nah.
Wo erhält man von versierten Hundekennern, wie Alexander Feemers, Valerie Bauer, Mirjam Kirsch, Pascal Johnen, Ludger Kloidt und Jochen Kemper fachkundige Ausführungen zu den jeweiligen Rasseschlägen. Wo kann man jagdpraktische Übungen, wie das Herausziehen von Raubwild aus der Röhre mit Georg Benten, das Einweisen von Retrievern mit Petra Soons sowie Sabrina und Mark Wochnick, die simulierte Nachsuche auf der Rotfährte mit Jürgen Theil und Ludger Kloidt oder das Erlernen des Apports mit Mirjam Kirsch so unmittelbar beobachten.
Die Jagdhornbläser der KJS Rhein-Erft gaben dieser Veranstaltung den stilvollen Rahmen, den sie verdient hat.
Sie spielten aber auch zum Dank für die vielen, fleißigen Helfer aus dem Verein der Jagdhundfreunde im Erfttal und aus den anderen Vereinen.
Dirk Decker (1.VS KJS Neuss)
(auf das Bild klicken)
Bilder:
Andrea Müller-Stein - Michael Albrecht und Dieter Soons
vielen lieben Dank für Euren Einsatz.
Jahreshauptversammlung
der Jagdhundfreunde im Erfttal 1908 e.V.
03. März 2026
Am 3. März 2026 fand unsere diesjährige Jahreshauptversammlung der Jagdhundfreunde im Erfttal 1908 e.V. statt.
Zahlreiche Mitglieder waren der Einladung gefolgt und sorgten für eine sehr gut besuchte Versammlung.
Nach der Begrüßung durch unserer 1. Vorsitzenden Ulrike Krüger-Mertens und unserern zahlreichen Bläsern folgte das Gedenken an unsere verstorbenen Mitglieder, ein immer sehr bewegender und trauriger Tagesordnungspunkt.
Nach der Feststellung der Beschlussfähigkeit berichtete der Vorstand über das vergangene Vereinsjahr.
In den Berichten wurde deutlich, wie vielfältig und aktiv das Vereinsleben im Jahr 2025 war.
Neben zahlreichen Kursen und unzähligen Ausbildungsstunden in denen wir 64 Hundeführergespanne unterstützen konnten, fanden wie jedes Jahr bei Erfttal die VJP, HZP, VGP, VPS, Bringtreueprüfung, sowie die BP §6 und BP §7 bei uns als ausführender Verein statt.
Wir freuen uns über die hohe Beteiligung unserer Hundeführerinnen und Hundeführer an den angebotenen Kursen sowie die erfolgreichen Ergebnisse unserer Gespanne bei den ausgerichteten Prüfungen.
Ein wesentlicher Punkt der Jahreshauptversammlung war die Abstimmung über eine neue Vereinssatzung. In den vergangenen Monaten hatte ein eigens eingesetztes Satzungsgremium intensiv an der neuen Vereinssatzung gearbeitet.
Ziel war es, eine zeitgemäße, rechtsichere und zukunftsfähige Satzung in Anlehnung an die JGHV-Satzung zu erstellen,
Nach Vorstellung und Diskussion wurde die neue Satzung von der Mitgliederversammlung mit der erforderlichen Mehrheit beschlossen.
Ein besonderer Moment der Versammlung war, wie immer am Ende unserer Jahreshauptversammlung die Ehrungen verdienter Vereinsmitglieder vorzunehmen.
Angefangen mit einer besonderen, nachweislich leistungsbezogenen Ehrung, die wir für unsere Ausbilderin Valerie Bauer beim JGHV beantragt haben.
Frau Valerie Bauer wurde die Leistungsplakette in Bronze vom JGHV für 5 selbst ausgebildete und geführte Hunde auf VGP / GP/ verliehen.
Auch hier noch einmal unseren herzlichsten Glückwunsch zu dieser nachweislichen Leistung, denn Jagdgebrauchshundeausbildung ist messbar und somit beweisbar.
Weiter ging es mit 3 Mitgliedern die unseren Verein schon viele Jahre treu unterstützen.
30 Jahre Frau Silvia Stahnke
40 Jahre Mitgliedschaft Herr Friedrich-Wilhelm Esser
40 Jahre Mitgliedschaft Herr Detlef Kappas
Für ihre langjährige Treue und Verbundenheit zu den Jagdhundfreunden im Erfttal bedanken wir uns ganz herzlich.
Solche Jubiläen sind immer ein schöner Anlass, um Dank und Anerkennung für viele Jahre Mitgliedschaft und Unterstützung unseres Vereins auszusprechen.
Zum krönenden Abschluss unserer diesjährigen Jahreshauptversammlung wurde Stefan Gey, unser ehemaliger 1. Vorsitzender, zum Ehrenvorsitzenden durch die Mitgliederversammlung gewählt.
Am Ende der Jahreshauptversammlung dankte der Vorstand allen Mitgliedern, Ausbildern, Helfern und Unterstützern des Vereins für ihr großes Engagement und ihr vertrauen.